Testbericht von Halger Thommesen
 
Liebe Wikinger!

 
Ich möchte euch von einem sonderbaren Experiment erzählen, dass Kapitän Rudolfo heute Dienstag dem 13 März 2007
in meiner Anwesenheit erfolgreich durchgeführt hat. Wir trafen uns zu Mittag beim Zigeunerloch in Gratkorn
um dort an der Mur die Versuchsreihe „Motorsense“ zu starten. Um objektive Vergleichsbedingungen zu haben wollten wir
die Teststrecke zuerst mit Muskelkraft erkunden. Also betankten wir als erstes unsere Muskelmotoren mit Speck und Brot
und starteten mit Paddelantrieb gegen die Strömung Richtung Norden.
 
 
Und diese Strömung wurde immer stärker und noch stärker! Von einem Kehrwasser zum nächsten schummelten wir uns
immer weiter Flussauf, machten eine Verschnaufpause auf einer kleinen Schotterbank und gelangten schließlich
bis auf Höhe des Eingangs zum Freilichtmuseum Stübing. Dann aber waren unsere Specktanks leer
oder ehrlicher gesagt unsere Muskelmotoren zu schwach um noch weiter stromauf zu kommen. So wendeten
wir, schalteten auf den äußerst effektiven Murströmungsantrieb um und fuhren zurück nach Gratkorn.
 
 
Jetzt begann der zweite Teil des Experiments. Rudolfo tauschte Speck gegen Benzin, Muskelmotor gegen Motorsense
und Paddel gegen selbstgebaute Schiffschraube. Aus Stabilitätsgründen verbanden wir unsere Kajaks zu einem
Katamaran und hängten Rudolfos „Kajaksense“ dazwischen. Die erste Versuchsfahrt starteten wir
mit zwei Mann Besatzung. Wir teilten die Aufgaben. Rudolfo war der Maschinist, ich der Steuermann. Nach einigen Zügen
am Starter knatterte der Motor los, spritzte das Wasser hinter uns und langsam, sehr langsam setzte sich
unser Versuchsträger in Bewegung. Die Wirkung des von mir als Steuer hinter das Boot gehaltenen Paddelblatts
stellte sich als zu gering heraus und nach dem Wendemanöver versagte die Antriebswelle
und wir mussten zwecks Wartungsarbeiten paddelnd das Ufer erreichen.
 
 
Da sich die Stabilität unseres Versuchschiffes als ausreichend herausgestellt hatte konnten wir nach der Reparatur
der Antriebswelle unsere Aufgaben neu verteilen. Rudolfo konnte nun die nächste Testfahrt aus Gewichtsgründen
alleine durchführen, während ich die Funktion der fotografischen Dokumentation übernahm. Nach der Neujustierung
des Sensenantriebes, der Umstellung der Steuerung auf Heckruder und Schwenkpropeller und vor allem
auf Grund der Gewichtsreduzierung durch Einmannbetrieb gelang es unserem Testfahrer Rudolfo
zwei eindrucksvolle Runden vor der Anlandestelle zu fahren!
 
 
Bei der anschließenden Auswertung der Testergebnisse stellten wir fest, dass zum derzeitigen Zeitpunkt
der Muskelantrieb dem Sensenantrieb überlegen ist. Der Vorteil des Muskelantriebs ist, abgesehen vom leiseren
Betriebsgeräusch und der meist geringern Geruchsbelastung im eindeutig besserem Geschmack des Specks zu sehen.
Aber die Testreihe ergab auch, dass der Sensenantrieb entwicklungsfähig ist und nach einigen Verbesserungen
neuen Tests unterzogen werden sollte. Weiters stellten wir bei den heutigen Versuchsfahrten fest, dass der Sensenmotor,
abgesehen von der Startprozedur unsportlich ist, aber ungeheueren Spaß bereitet!
 
Euer Testteam:
Rudolf Oberecker (Testfahrer, Entwicklungsingenieur, Speckverkoster),
Halger Thommesen (Aushilfstestfahrer, Fotograf, zweiter Speckverkoster)